UMGESETZT

BEISPIELE AUS DER PLANUNGSPRAXIS


Managementplan Welterbe Wachau

Die Wachau wurde im Jahr 2000 ohne Bedingungen in die Liste des UNESCO-Welterbes eingetragen. Inzwischen hatten sich die Rahmenbedingungen aber weiterentwickelt, weshalb es notwendig und sinnvoll war, eine eigenen Managementplan für das Weltkulturerbe zu entwickeln.

 

Für die fachliche Betreuung des Projekts wurde das Büro stadtland aus Wien ausgewählt. Die Aufgabe von Regionsgeschäftsführer Michael Schimek bestand im Projektmanagement, in der Umsetzung des Beteiligungsprozesses während der Ausarbeitung sowie in der kritischen Überarbeitung der vorgelegten Entwürfe.

 

Der Managementplan für das Weltkulturerbe Wachau ist einer der modernsten Managementpläne weltweit. Neben einem umfangreichen Maßnahmenprogramm für Schutz und Entwicklung der Welterberegion beinhaltet er auch klare Verantwortlichkeiten für die Umsetzung des Plans, ein umfangreiches Konzept für die weitere Beteiligung der Öffentlichkeit am Management der Welterbestätte sowie ein in diesem Umfang und Detaillierungsgrad einzigartiges Monitoringsystem zur Beobachtung der Veränderung der Kulturlandschaft.

 

Für die nachhaltige Umsetzung und Finanzierung des Managements wurden außerdem die regionalen Institutionen der Wachau umgekrempelt und als Kombination von Verein und GmbH neu gegründet. Somit ist sichergestellt, dass das Welterbe auf regionaler Ebene federführend betreut wird und dennoch die Verpflichtungen Österreichs auf völkerrechtlicher Ebene entsprechend wahrgenommen werden.

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Managementplan für das Weltkulturerbe Wachau
Mgmtplan Wachau.pdf
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LEADER-ENTWICKLUNGSSTRATEGIEN WACHAU-DUNKELSTEINERWALD

Grundlage der Arbeit für das Weltkulturerbe Wachau war und ist die Beteiligung am LEADER-Programm der Europäischen Union. Damit werden innovative Vorhaben im ländlichen Raum mit hohen Förderquoten unterstützt.

 

Voraussetzung der Anerkennung als LEADER-Region ist die Ausarbeitung einer entsprechenden Entwicklungsstrategie, die von den zuständigen Behörden als Grundlage der regionalen Entwicklung anerkannt wird. Die beiden letzten Strategien der LEADER-Region Wachau-Dunkelsteinerwald wurden von Michael Schimek konzipiert und ausgearbeitet, beide auf Grundlage eines umfangreichen Beteiligungsprozesses mit mehr als 1.000 Beteiligten aus der gesamten Region.

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Lokale Entwicklungsstrategie der Leader-Region Wachau-Dunkelsteinerwald 2015-2020
LES Wachau-Dklstw Stand Nov 2018.pdf
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Lokale Entwicklungsstrategie der Leader-Region Wachau-Dunkelsteinerwald 2007-2014
LES Wachau-Dklstw 2007-14.pdf
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WORKSHOP AM VERNETZUNGSTREFFEN DER FLÄMISCHEN UND NIEDER-LÄNDISCHEN WELTERBESTÄTTEN

2017 fand unter der Leitung der Flämischen Landesregierung in Antwerpen erstmals ein gemeinsamer Workshop der flämischen und niederländischen Welterbestätten statt.

 

Michael Schimek führte dabei einen interaktiven halbtägigen Workshop für die Stättenmanager*innen aus Belgien und den Niederlanden zum Thema Herausragender Universeller Wert (Outstanding Universal Value) von Welterbestätten durch.

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Übung: Der OUV der fiktiven Welterbestätte Groenegrachten
Übung Antwerpen.pdf
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LEHRAUFTRAG AN DER BTU COTTBUS

Von 2009 bis 2011 und von 2013 bis 2018 war Michael Schimek der einzige externe Lehrbeauftrage im Master-Studiengang "World Heritage Studies" an der Brandenburgischen TU Cottbus-Senftenberg, der als Manager einer Welterbestätte praktisch tätig war.

 

Nach einer LVA zu den praktischen Aspekten der Tätigkeit als Stättenmanager im Jahr 2009 befassten sich die übrigen Lehraufträge mit dem Marketing von Welterbestätten sowohl nach außen als auch nach innen. Abschluss und Höhepunkt der Veranstaltung war dabei ein eintägiges Planspiel, in dem die Studierenden sich mit einer komplexen Planungsaufgabe im Welterbe auseinandersetzten und dabei die Gelegenheit bekamen, unmittelbar die Herausforderungen eines Stättenmanagers zu erleben.

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Design der Lehrveranstaltung
Design LVA.pdf
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INTERREG-PROJEKT VITOUR LANDSCAPE

Von 2010 bis 2012 fand ein europaweites Projekt von 10 Welterberegionen mit Weinbauschwerpunkt aus Österreich, Deutschland, Ungarn, Italien, Frankreich, der Schweiz und Portugal statt.

 

Michael Schimek betreute im Auftrag der Region Wachau sämtliche Aufgaben des Projektmanagements in der Wachau, organisierte ein Partnerseminar und besuchte die zahlreichen weiteren Seminare in allen teilnehmenden Regionen und informierte dort die Projektpartner über unterschiedliche Aspekte des Welterbemanagements. Neben einer Studienreise an den Mittelrhein zum Thema Baukultur wurde damals der Grundstein zur App "MyWachau" gelegt, ein Online-Informationsportal, das von der Wachauer Winzerschaft nach wie vor gepfegt und weiterentwickelt wird.

 

Weiteres sichtbares Resultat der Kooperation sind die "Europäischen Leitlinien für die Erhaltung und Verbesserung von Weinkulturlandschaften".

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Europäische Leitlinien für die Erhaltung und Verbesserung von Weinkulturlandschaften
Leitlinien Weinbaulandschaften.pdf
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TAIEX-SEMINARE IN RUMÄNIEN UND BULGARIEN

In den Jahren nach dem EU-Beitritt unterstützte die Europäische Kommission die in Aufbau befindlichen Regionalentwicklungsinstitutionen in Rumänien und Bulgarien über das sogenannte TAIEX-Programm. Dabei wurden zahlreiche Seminare vor Ort organisiert, zu denen Expert*innen aus anderen EU-Ländern eingeladen wurden, die über ihre Erfahrungen in der praktischen Umsetzung der ländlichen Entwicklung berichteten und die lokalen Akteur*innen coachten.

 

Michael Schimek wurde 2009 und 2010 von der Europäischen Kommission zu insgesamt sieben solchen Seminaren eingeladen und brachte sich mit Vorträgen zum Thema Regionalentwicklung und EU sowie speziellen Trainingseinheiten in Abstimmung mit den lokalen Akteur*innen sowie den weiteren eingeladenen Expert*innen ein.

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Übung: Vision 2015 für rumänische LEADER-Regionen
Vision 2015.pdf
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MAHNMAL FRIEDENSKREUZ ST. LORENZ

Im Zuge einer Kunstveranstaltung im Jahr 2012 fiel im Wald oberhalb von St. Lorenz in der Wachau ein unkommentiertes Denkmal auf, das auf unreflektierte Art und Weise an Soldaten der Wehrmacht erinnerte.

 

Auf Initiative von Michael Schimek erklärten sich die Standortgemeinde Rossatz-Arnsdorf und Bürgermeister Erich Polz bereit, an der unbefriedigenden Situation etwas zu ändern. Zunächst erforschten die Historiker Robert Streibel und Gregor Kremser die Hintergründe der Anlage. Die im Denkmal genannte Wehrmachtseinheit war letztlich für Kriegsverbrechen im Partisanenkrieg am Balkan verantwortlich. Das Mahnmal wurde 2005 erneuert und danach von zweifelhaften Vereinigungen zweckentfremdet, die in ihren Veranstaltungen die Kriegsverbrechen im Zweiten Weltkrieg relativieren.

 

Auf Basis dieser Recherchen lobte die Abteilung Kunst im öffentlichen Raum einen Wettbewerb für eine Neugestaltung des Platzes aus, den der Künstler Martin Krenn mit seiner Idee für ein "Mahnmal Friedenskreuz St. Lorenz" gewann. Krenn verhüllte das unreflektierte Gedenken mit einer Collage des antifaschistischen Künstlers John Heartfield, der bereits 1933 vor den Folgen der Machtergreifung Hitlers gewarnt hatte. Ergänzt wurde dies durch Collagen, die von Schülerinnen der HLW für Mode und Wirtschaft in Krems gestaltet wurden und das Thema somit aus heutiger Sicht reflektierten. Die Erkenntnisse aus der historischen Forschung wurden außerdem beim Studienverlag publiziert und in Rossatz öffentlich diskutiert.

 

Das Projekt "Mahnmal Friedenskreuz St. Lorenz" war Teil einer umfassenden kulturtouristischen Initiative des Landes Niederösterreich namens "Wachau 2010 plus".  Michael Schimek zeichnete für die korrekte Abwicklung der Finanzierung von Kunst- und Kulturprojekten in der ganzen Wachau im Ausmaß von mehr als 4 Mio. EUR verantwortlich.

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"Standard"-Artikel zum Projekt
Friedenskreuz Standard.pdf
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